Mit mehr Selbstwert raus aus der Mobbing-Opfer Falle


Grafik: männliche Figur hält Hantel mit Schriftzug Selbstwert. in einer Gedankenblase ist eine Mobbing-Situation abgebildet.
Baue deinen Selbstwert auf und stärke dich gegen Mobbing-Attacken ©Harzhauser Beratung

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Österreich wurde schon einmal Opfer von Mobbing. Das Internet ist voll von Tipps gegen Mobbing, aber aus meiner Erfahrung als Lebensberaterin und Coach können die nur dann wirken, wenn zuvor der eigene Selbstwert wieder aufgebaut wurde. Denn der ist durch das Mobbing stark geschwächt. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dein Selbstwertgefühl aufbauen kannst, wenn du Mobbing-Opfer geworden bist.


Wer ist das typische Mobbing-Opfer?

Wenn du selbst schon Opfer von Mobbing Attacken geworden bist, dann fragst du dich vermutlich, was du falsch gemacht hast. Warum gerade du auserwählt wurdest von deinen Mobbern. An dieser Stelle möchte ich dir ganz deutlich sagen: Es ist nicht deine Schuld! Du hast nichts falsch gemacht. Du bist keinesfalls dafür verantwortlich, dass du gedemütigt und verletzt wirst. Die Verantwortung dafür liegt einzig und allein bei den Mobbern. Was sie dir da antun, kann auf keinen Fall entschuldigt werden. Wenn du nicht sicher bist, ob du unter Mobbing leidest oder ob es sich um einen zwar unangenehmen, aber alltäglichen Konflikt handelt, hilft dir vielleicht mein Artikel Mobbing am Arbeitsplatz weiter.


Ein geringer Selbstwert macht dich zum perfekten Mobbing-Opfer

Menschen mit einem eher geringeren Selbstwert werden eher Opfer von Mobbing. Ich meine das jetzt auf gar keinen Fall wertend oder gar abwertend. Wir alle haben ab und an Phasen im Leben, in denen unser Selbstwert niedrig ist. Wie hoch unser Selbstwert ist, kann auch tagesabhängig sein und wird von den unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Ich verwende hier gern das Bild des Selbstwert-Topfs, den Virginia Satir so schön in ihrem Buch Selbstwert und Kommunikation (große Empfehlung, übrigens) beschreibt. Wir tragen Zeit unseres Lebens einen Topf mit uns herum. Der Topf wird gefüllt, wenn uns gute Dinge widerfahren, wie z. B. ein Kompliment, ein nettes Danke oder eine innige Umarmung. Der Topf leert sich, wenn uns etwas verletzt, verängstigt, ärgert oder verunsichert. Mit einem vollen Selbstwert-Topf gehen wir – das kennst du wahrscheinlich auch – selbstbewusst und gestärkt durch’s Leben. Da wirft uns nichts so leicht aus der Bahn. Mit einem wenig gefüllten Topf werden wir unter anderem leichter zum Mobbing Opfer, weil es uns schwerer fällt Grenzen zu setzen und uns gegen Ungerechtigkeiten zu wehren.


Auch Mobber haben einen geringen Selbstwert

Oft reicht schon ein ungelöster Konflikt, um Mobbing auszulösen. Manchmal ist auch eine gewisse Form der Andersartigkeit ein Anlassfall. Zumeist ist aber Angst ein treibender Faktor beim Mobbing. Die Mobber stehen ihren eigenen Ängsten hilflos gegenüber. Das drückt den eigenen Selbstwert hinunter: wer Angst hat und nicht weiß, wie er sie bewältigen kann, fühlt sich schnell wertlos. Das ist kein angenehmes Gefühl und wir Menschen neigen dazu unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen oder schnell dagegen zu wirken. Es ist zwar keine schöne Sache, aber jemand anderen zu unterdrücken setzt schnell ein gewisses Machtgefühl frei. Man fühlt sich stark (und nicht mehr ängstlich).


Wie ein gestärkter Selbstwert Mobbing-Opfern hilft

Mobbing lebt davon, dass Täter*innen ihre Opfer unterdrücken. Es gibt ein starkes Machtgefälle in der Beziehung. Unterdrückung funktioniert aber nur dann, wenn das Gegenüber nicht aufbegehrt und sich nicht wehrt. Um sich zu wehren, braucht’s aber schon einiges an Mut und Kraft. Was beim Mobbing abläuft, ist ja zutiefst verletzend. Mobbing Aktionen wie Demütigungen, sich über jemanden lustig machen, Gewaltanwendung oder Ausgrenzungen tun weh und nagen an unserem Selbstbewusstsein. Aber genau das brauchen wir, um aufstehen und NEIN sagen zu können.


In der Mobbing Beratung arbeite ich daher mit meinen Klient*innen zuallererst daran, ihren Selbstwert wieder zu steigern. Wir alle stecken voller Fähigkeiten, Talente und positiver Eigenschaften – völlig unabhängig davon, was andere über uns sagen. Darauf gilt es den Fokus zu legen, denn das stärkt von innen und wirkt auch nach außen. Wer sich seiner Ressourcen bewusst ist, strahlt das auch aus. Und das wirkt schon als sehr gutes Schutzschild gegen Mobbing.


So steigerst du dein Selbstwertgefühl

Wenn du Mobbing-Opfer bist, wird es dir vermutlich am Anfang schwer fallen deine eigenen Stärken zu erkennen. Mach dir keine Sorgen, das ist ganz normal. Versuch einfach jeden Tag einen kleinen Schritt zu machen und etwas zu tun, was dir gut tut. Die folgenden Tipps haben sich in der Arbeit mit meinen Klient*innen bewährt.


Feiere deine Erfolge

Schnapp dir ein großes Blatt Papier und schreibe, zeichne oder male die größten Erfolge in deinem Leben auf. Sei nicht bescheiden, es gibt sicher eine Menge, worauf du stolz sein kannst! Es können Erfolge im privaten oder beruflichen Bereich sein. Das können Dinge sein, auf die du stolz bist und Dinge, für die andere dich loben (obwohl du selbst sie vielleicht gar nicht so besonders findest). Nimm dir wirklich Zeit für diese Übung. Du kannst das Blatt auch gut sichtbar in deiner Wohnung aufhängen und es immer wieder ergänzen. Das Wichtigste an der Übung ist: bewundere dein Werk, genieße die Vielfalt, die du da siehst. Und schenke dir selbst Anerkennung!


Arbeite an deiner Körperhaltung

Vor allem in unangenehmen Situationen nehmen wir oft unbewusst eine Körperhaltung ein, die uns fast unsichtbar macht. Wir überkreuzen die Beine, verschränken die Arme oder senken den Kopf. So eine Haltung signalisiert einerseits nach außen, dass wir „klein“ sind. Aber noch viel wichtiger: sie signalisiert auch unserem Gehirn, dass wir uns schlecht und schwach fühlen. Unsere Körperhaltung beeinflusst also auch unsere Wahrnehmung und unsere Gefühle. Diesen Effekt kannst du dir zu Nutze machen. Nimm dazu mehrmals am Tag bewusst eine starke Haltung ein. Stell dich z. B. dazu mit beiden Beinen etwa hüftbreit hin, stemme die Arme in deine Hüften und richte den Blick direkt nach vorne. Merkst du, wie stabil du dastehst? Hol 3x ganz tief Luft. Atme bewusst in deinen Bauch hinein. Je öfter du diese Übung machst, umso besser trainierst du dein Gehirn und polst es um auf die Empfindung: „Ich bin stark.“


Such dir ein Mantra

Unsere Gedanken formen unsere Wahrnehmung. Und unsere Sprache formt unsere Gedanken. Ob uns die Welt wohlgesonnen ist, hängt ganz stark davon ab, wie wir sie sehen. Und das können wir beeinflussen. Such dir dazu ein starkes Mantra. Das ist ein positiv formulierter Satz, der dir Kraft spendet und dich anspornt, z. B. „Ich bin gut so wie ich bin.“ oder „Ich schaffe alles, was ich mir vornehme.“ oder „Ich bin ein liebenswerter Mensch.“ Spür einfach in dich hinein, welcher Satz für dich stimmig sein könnte. Es können auch mehrere sein. Wichtig ist nur, dass du dir den Satz regelmäßig selbst vorsagst. Ja, ganz genau, LAUT vorsagst. Besonders gut funktioniert das vor dem Spiegel. Das kannst du auch gleich mit dem nächsten Tipp kombinieren….


Schenk dir ein Lächeln

Wenn wir lächeln bekommt unser Gehirn – ähnlich wie bei der Körperhaltung – das Signal, dass es uns gut geht. Denn wer lächelt ist ja in der Regel glücklich. Wir können unser Gehirn da auch ein bisschen austricksen. Ja, ich weiß, nicht die feine Art, aber wenn’s um den eigenen Selbstwert geht und dabei niemand zu Schaden kommt, sind alle Mittel erlaubt 🙂. Lächle also so oft wie möglich und mehrmals am Tag. Lächle auch wenn dir eigentlich gar nicht danach ist. Lächle in der Früh vor dem Spiegel, nach dem Sport, an der Supermarkt-Kassa (dann hat auch gleich dein Gegenüber was davon), beim Kochen oder wenn du eine schöne Blume siehst. Je öfter du einfach so lächelst, umso besser und kraftvoller wirst du dich fühlen.


Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun

Verbringe bewusst Zeit mit Menschen, denen du vertraust, die du magst und die dir ein gutes Gefühl geben. Soziale Kontakte und Bindungen sind der Kit unseres Lebens. Wenn es uns emotional schlecht geht, haben wir oft die Tendenz uns ganz zurückzuziehen. Überwinde dich, auch wenn’s schwer fällt. Unternimm etwas mit Freunden oder Familie. Es klingt banal, aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass neue Erfahrungen und Erlebnisse genauso wie bereichernde Gespräche das Selbstwertgefühl steigern. Lebensberatung kann übrigens auch in diese Kategorie fallen, sofern du deinem Coach vertraust und dich gut aufgehoben fühlst 😀.


Im Wesentlichen geht’s bei all den Übungen darum, dass du achtsam mit dir und der Welt bist.


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Mein Name ist Elisabeth Harzhauser. Ich bin Diplom-Lebensberaterin und Business Coach, Trauer- und Sterbebegleiterin und Digital Marketing Expertin.


Ich unterstütze Menschen, die etwas in ihrem Leben oder ihrem Unternehmen bewegen wollen.


Ich arbeite in Wien und in der ganzen Welt, denn meine Beratungen und Coachings biete ich auch online an.


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